Relativität

Gesellschaft, Philosophie, Spiritualität

Ich habe vor kurzem den ersten Band der Reihe „Gespräche mit Gott“ von Neale Donald Walsch gelesen.
Das Buch hat mich schon bei den ersten Seiten sehr gefesselt und fasziniert. Seine Darstellung über die Seele, das Empfinden und die zwischenmenschlichen Beziehungen haben mich sehr begeistert und mir auch auf einige Fragen Antworten gegeben.
Beim weiteren Lesen fühlte ich jedoch eine leichtes Unbehagen in mir aufsteigen, welches ich noch nicht richtig deuten konnte. Dies dauerte bis zu den letzten Kapiteln, bis sich das Gefühl schlussendlich wieder legte.

Doch was regte sich da in mir und vor allem warum?
Ich reflektierte das Buch und mich und fand den Auslöser. Ich blieb hängen bei der Warum-Frage, des Guten, des Bösen und der Schöpfung.
Ja warum gibt es denn nun Gut und Böse?

Ich habe zuvor einige Bücher von Armin Risi gelesen und mir auch zu diesem Thema diverse Vorträge angeschaut.
Risi beschreibt Gut und Böse als eine Spaltung von Lichtwesen aus der Quelle (Gott). Diese Dunkelwesen hielten sich für mächtiger als die Lichtwesen, da sie Dunkelheit erschaffen konnten, und hatten sich schon in den obersten Dimensionen vom Licht abgewandt. Da wohl eine Entscheidung in den höheren Dimensionen absolut erscheint, wurden die Wesen und die Materie so verdichtet, bis unser Kosmos so wie wir ihn heute kennen entstand (sehr vereinfacht dargestellt). Da die Erde ein Planet des freien Willens ist, inkanieren hier Licht- und Dunkelwesen. Die Lichtwesen sind hier um ihre „gefallenen“ Brüder und Schwestern wieder zurück zum Licht (zur Liebe) zu führen. Sprich, der oberste Plan einer Seele (Lichtwesen) ist das Wiedererinnern an die Urquelle, das Licht oder die bedingungslose Liebe.

Bei Walsch sieht der oberste Plan gleich aus. Nur über Gut und Böse schreibt er anders. Aus seiner Sicht gehört alles zur Erfahrung einer Seele. Damit sie sich selbst wieder an die Quelle (Gott) erinnert, braucht sie das Böse als „Gegenspieler“ und somit als Helfer zur Rückkehr in das Licht. Kriege, Misshandlung, Mord und Lüge sind somit relative Erfahrungen, welche zum Prozess des Wiedererinnern dazu gehören. Für mich wirkt das ganze ein bisschen zwielichtig, da Walsch ja mit Gott spricht und in diversen Textstellen von Gott in der 2. Person gesprochen wird. Auch kritisch sehe ich den Punkt, indem er oft das Gesagte als absolute Wahrheit darstellt. Das sagt er so nicht in seinem Buch, doch die Aussage, dass Gott ihm sagt, Menschen werden sein Buch als Blasphemie ansehen, stellt für mich einen Absolutheitsanspruch dar.
Er beschreibt das Böse auch als Schöpfung des globalen Bewusstseins, hier sehe ich durchaus eine konkrete Antwort.

Da wir uns aber an die Quelle und somit auch an die bedingungslose Liebe erinnern sollen, frage ich mich, wo bleibt die Relativität?
Wäre dann in unserem irdischen Leben nicht auch die bedingungslose Liebe, sowie das Böse ebenfalls, nur eine relative Erfahrung? Gehört sie denn nicht dem Guten an?
Wenn wir nicht werten sollen zwischen Gut und Böse, denn es ist ja alles eine notwendige Erfahrung, warum dann für das Gute entscheiden wenn es doch nur relativ ist?

Darf man, abschließend gefragt, Gut und Böse relativieren? Ich glaube nicht.

Ein Gedanke zu “Relativität

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