Erwartung

Philosophie, Spiritualität

Erwartungen sind etwas sehr menschliches und der Mensch versucht oftmals in einer Erwartung oder auch in der Hoffnung, Halt bzw. Sicherheit zu finden.

Wenn ich nun etwas von einer in der Zukunft liegenden Situation antizipiere oder erwarte, nehme ich mir selbst die Möglichkeit, im Augenblick des eintreffenden Moments der Situation, eine Entscheidung und Aktion aus dem Moment heraus zu treffen.
Ich binde mich an eine subjektive Wahrscheinlichkeit.
Ich reagiere anstatt zu agieren!

Ich möchte dies mit dem Aspekt der Zeit ein bisschen verdeutlichen.
Wir haben einen Vektor im Raum, der mit der bekannten Vergangenheit beginnt und in Richtung der unbekannten und undefinierten Zukunft verläuft.
An dem immer weiter fortlaufenden Ende dieses Vektors, befindet sich die Gegenwart bzw. das Hier und Jetzt.
Den Bereich dazwischen nennen wir Zeit, um diesem Bereich zu beschreiben.
Ich weiß also nicht, wohin und wie weit dieser Vektor führt und dennoch versuche ich, vom Anfang schon auf das Ende zu schließen und kürze unter Umständen meinen fortlaufenden Vektor ab.
Übertragen nehme ich mir somit im Jetzt die Möglichkeit der Entscheidung aus einem Gefühl heraus.
Wir lassen uns von der Vergangenheit fremd bestimmen, aus den bereits erlebten Situationen.

Wäre es ein Wagnis, aus der fremd bestimmten Geisteshaltung hin zur schöpferischen Geisteshaltung zu wechseln?
Wäre es nicht schöner und vor allem energiesparender, aus jedem Moment heraus und dem momentanen Gefühl zu entscheiden?

Zum Schluss möchte ich mit dir eine kleine Phantasiereise unternehmen. Möglicherweise löst diese Emotionen in dir aus.
Du bist in folgender Situation:
Am Ende meiner Tage liege ich bei meinen Lieben auf dem Sterbebett.
Ich sehe zufrieden in die Augen meiner Kinder und meiner Enkel.
Ich habe das Gefühl von einem erfüllten Leben in mir und bin bereit meine letzte Reise in diesem Leben anzutreten.
Mein jüngster Enkel drängt sich zwischen den anderen hervor und möchte noch etwas von mir wissen. Einige wollen ihn aus Respekt zurück halten, um mir die Ruhe zu gewähren.
Doch ich lächle und freue mich auf die Frage und bitte meinen Enkel die Frage zu stellen.
„Opa/Oma, gäbe es da etwas, was du in deinem Leben gerne anders getan hättest?“
Ich überlege kurz und antworte: „Nein, denn ich habe mich in jeder entscheidungsfähigen Situation für eine neue Erfahrung und somit für ein neues Leben entschieden und nicht an einer Erfahrung und dem darauf basierten Leben festgehalten.“

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