Vernunft und Moral

Philosophie

Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen und die Vernunft als solches ist, laut Kant, die oberste Entscheidungsinstanz. Dies wird vor allem beim Thema der Moral deutlich.

Wenn wir, laut Kant, nach unserer Vernunft handeln und entscheiden, werden wir uns moralisch korrekt verhalten.

Doch was ist Vernunft? Woher kommt sie? Ist sie angeboren?

Vernunft ist der Teil in uns, der aufgrund von Beobachtungen und Erfahrungen, die durch den Verstand wahrgenommen wurden, Schlussfolgerungen, Prinzipien und Regeln ableitet und diese verfolgt. Man könnte auch sagen, die Vernunft ist die lebenserhaltende, geistige Instanz in uns, die Risiken abwägt und in Richtung des potentiellen (persönlichen) Wohlergehens lenkt.

Wenn nun also die Vernunft die oberste Entscheidungsinstanz sein soll und auf Erfahrungen und Beobachtungen basiert, dann lässt sich daraus folgern, dass das Potential zur Vernunft angeboren ist. Was aber schlussendlich vernünftig ist, basiert auf dem bisher Erlebten. Ein Kind, welches auf die heiße Herdplatte fasst, handelt erst nach dieser Erfahrung vernünftig und wird dies nicht noch einmal tun.

Wenn nun aber ein Mensch in seinem bisherigen Leben nur Gewalt, Ausbeutung und Krieg erlebt hat, wie würde eine vernünftige Handlung dieses Menschen aussehen?

Die Vernunft als oberste Entscheidungsinstanz für moralisches Verhalten ist ohne Empathie eine sehr relative Angelegenheit.

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