Karma vs. Schicksal

Astrologie, Philosophie, Spiritualität

Mich beschäftigt zur Zeit oft die Bedeutung von Karma und Schicksal.
Ich habe Phasen, an denen es für mich kein Karma gibt sondern nur das Schicksal, welches unser Leben bestimmt. Andererseits denke ich wiederum an ein vorbestimmtes Schicksal, welches sich im Rahmen von Ursache und Wirkung (Karma) bewegt. Oder ist beides doch irgendwo das Gleiche, nur einem anderen Gewand? Stellt das Karma die Umgebung und das Schicksal den Akt?
Mir fällt es aktuell schwer, beide unter einen Hut zu bringen. Aber um diese Gedankenlast erst einmal los zu werden, versuche ich meinen aktuellen Standpunkt irgendwie niederzuschreiben.

Karma steht für das Prinzip der Ursache und Wirkung. Setze ich irgendwo einen negativen Samen in meinem Leben, so wird die Wirkung eine negative Blüte sein. Oftmals besteht in unserem Bewusstsein kein Zusammenhang mehr, von dem einst gesäten Samen. Oder anders gesprochen: ich tue Person A etwas böses an. Person A gerät dadurch in ein seelisches Ungleichgewicht. Ich bereichere mich durch mein Ego an diesem Ungleichgewicht, vermeintlich positiv. Doch der Kern der Tat bleibt negativ. Wenn also irgendwo Ungleichgewichte entstehen, so liegt es in der Natur des Lebens, dieses entstandene Ungleichgewicht zu harmonisieren. Wie diese Harmonisierung aussieht, entspricht der Lebenssituation des auszugleichenden Individuums. Ich versuche dies so allgemein wie möglich zu halten, damit das Karma nicht in das Bild von „Rache“, „Rechtschaffenheit“ oder „Bestrafung“ gerät, denn das ist es für mich nicht. Es ist für mich ein natürlicher Vorgang, eines disharmonischen Verhältnisses, welches wieder harmonisiert wird. Karma schafft für mich Situationen, in denen ausgeglichen werden soll/kann. Wie diese Situation schlussendlich verläuft, obliegt dem freien Willen der Beteiligten, falls es direkt beteiligte geben sollte. Denkbar ist auch ein aufeinandertreffen von Person A, welche verletzt wurde, mit Person B. Hier entsteht durch das Karma die Situation, in der Person A die Tat von Person B vergelten könnte. Vergeltung würde bedeuten, negativ wird mit negativ vergolten. Sprich, kein Ausgleich. Entscheidet sich jedoch Person A für Vergebung, so hebt sich das Negative durch das Positive auf, was jedoch nicht bedeutet, dass Person A und Person B beste Freunde werden, da wir hier auf der seelischen bzw. energetischen Ebene sind.

Nun zum Schicksal.
Doebereiner beschreibt in der Astrologie das Schicksal als einen Ausgleich des Lebens – wie auch immer dieser aussehen mag – welches nicht den Anlagen entsprechend bzw. nicht in seiner Mitte gelebt wurde. Natürlich kann der „Schicksalsschlag“ als solcher schon in der Anlage vorliegen. Auch hier haben wir einen natürlichen Vorgang des Ausgleichs, welcher nicht unbedingt eine negative Tat als Ursache hat.

Was mich nun an dieser ganzen Sache zur Verzweiflung bringt. Ich nehme mal ein ziemlich radikales Beispiel:
Ein Mann hat eine Anlage zum Vergewaltiger, wie auch immer diese im Horoskop ersichtlich ist. Wenn nun diese Anlage ausgelöst wird, kommt der Drang oder Trieb in ihm hoch, eine Frau zu vergewaltigen. Er unternimmt diese Tat, um seine Anlage, seine Spannung loszuwerden. Nun hat dieser Mann noch zusätzlich den Neptun in Haus 3, heisst, er ist nach außen hin schleierhaft, nicht greifbar oder auch für die Ermittler nicht zu fassen. Er wird aus menschlicher Sicht nicht zu Rechenschaft gezogen.
Dieser Mann lebt zu Gunsten seiner Anlage, also eigentlich positiv im Sinne seiner Anlage, mal abgesehen davon, dass diese Anlage ungeeignet für die Gesellschaft ist.
Gleichzeitig erzeugt er aber negatives Karma. Wie gleicht sich nun diese Sache aus?
Wir haben ein Handeln entsprechend der Anlage, grundlegend könnte man meinen positiv, erzeugt aber gleichzeitig negatives Karma. Ist diese Anlage an sich als Karma zu bewerten? Von der anderen Seite betrachtet, hatte wohl diese Frau den Ereigniswunsch zur Vergewaltigung in sich getragen, wenn man es weiter aus astrologischer Sichtweise betrachtet.
Hat der karmische Ausgleich dann in der Tat als solche stattgefunden oder war es ein weiters Glied der karmischen Kette dieser Personen?
Stehen sich aber dann nicht Karma und Schicksal diametral gegenüber?
Muss man Karma auf das spirituelle beziehen und das Schicksal auf das Materielle/Organische?
Die Anlagen im Horoskop sind doch Erbanlagen im Sinne der Familie und der  Generationen und keine seelisch willkürlich herbeigezauberten Fragmente.
Wenn die Frau die Anlage vergewaltigt zu werden und der Mann den Vergewaltiger in sich trägt, ist es dann noch Karma oder „nur“ Potential zur Entwicklung?
Oder muss man Karma als etwas betrachten, was nicht der Seele anhaftet sondern sich über die Generationen weiter vererbt? So lange, bis die Spannung nicht im Übergriff sondern aus sich heraus erlöst wird?
Ist es nicht eher so, dass die Seele weiß, was sie in dem bevorstehenden Leben erwartet und die jeweiligen Potentiale für sich sieht?
Oder habe ich etwas grundlegend falsch verstanden?

Ich kann bisweilen diesen Knoten nicht entwirren…

Was die Überlegung nicht einfacher macht ist die Tatsache, dass man als Mensch solch eine furchtbare Tat, wie z.B. eine Vergewaltigung, irgendwie bestraft wissen möchte.

8 Gedanken zu “Karma vs. Schicksal

  1. Wenn man sich die Wortbedeutungen, die Definitionen im Duden für die beiden Worte Karma und Schicksal ansieht, kann man die Sache meiner Ansicht nach ganz gut verstehen.

    Die Wortbedeutung für Karma: Das die Form der Wiedergeburt eines Menschen bestimmende Handeln beziehungsweise das durch früheres Handeln bedingte gegenwärtige Schicksal. (Das Wort Karma stammt aus dem Sanskrit. Sanskrit ist die noch heute in Indien als Literatur- und Gelehrtensprache verwendete altindische Sprache)

    Die Bedeutung für das Wort Schicksal: 1. Von einer höheren Macht über jemanden verhängtes, ohne sichtliches menschliches zutun sich Ereignendes, was jemandes Leben entscheidend bestimmt. 2. Höhere Macht, die in einer nicht zu beeinflussenden Weise das Leben bestimmt und lenkt.
    (Quelle: Duden)

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  2. dem Vergewaltiger wird auch “ im übertragenen Sinne “ in der Folge auch etwas mit Gewalt genommen was er nicht geben will ../Geld /Raum / Hab und Gut /Zeir /usw.
    Geh von der Sichtweise der einzelnen Situation weg, sondern … Vereinfache ..

    der Vergewaltiger erinnere dich mal an die Vergewaltigung Ike and Tina Turner er hat due vergewaltigt , sie könnte flüchten und überfiel sozusagen das andere Hotel in der Nähe um Aufnahme … „Ich hab kein Geld kein Dach über dem Kopf keine Papiere ich brauche ein Zimmer “ .. das ist auch ein Überrumpeln … so setzt sich das Ganze fort … nur sieht es anders aus …

    Geben und Nehmen
    Wie mache ich das …
    Wie geschieht mir …

    Achtsamkeit

    So in etwa …

    🙏🐚🍹🌴☀️

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      1. vielleicht ist eben Karma und Schicksal einfach gleiche 😉es gibt ja nur den einen Weg durchs Leben … Den wir entschieden haben im tun oder nicht tun … um das was wir uns gekümmert haben wird dich auch das Karma/Schicksal um uns kümmern .. um was wir uns nicht interessiert haben und gekümmert haben wird sich im übertragenen Sinne auch das Karma /Schicksal in den bestimmten Bereichen sich nicht drum kümmern .
        Und ein Gewalt-Tat, ist egal in welcher Form eben etwas „zu erzwingen was sich nicht freiwillig mir im Leben zur Verfügung stellt .“. Sobald ich eben gewaltätig mit Druck etwas erzwinge wird auch mir etwas mit Druck und Gewalt genommen werden .

        ☀️

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  3. Menschlich betrachtet, geht man automatisch in die Verurteilung . Der Täter setzt negative Impulse und erntet Missgunst und Hass.
    Er wird über diese Energie für sein Handeln in Rechenschaft gezogen.

    Philosophisch betrachtet, gehören beide ,Täter und Opfer zusammen.
    Das Opfer stellt sich dem Täter zur Verfügung und wurde dadurch selbst zum Täter und umgekehrt.
    Denn beide tragen ein Thema in sich. (wo auch immer die Ursache für so eine Tat liegen mag)
    So gilt es,etwas zum Ausgleich zu bringen .
    Schafft einer der beiden sich dieser Energie zu befreien, in Vergebung oder Einsicht, kann in der Konstellation Heilung statt finden.
    Fruchtet dieses für beide Seiten , dann ist das Karma für diese Begegnung (Tat) in Heilung .
    Geht aber nur eine Seite ins Erkennen, d.h. fängt einer an zu hinterfragen , löst er sich alleinig aus dieser Situation heraus und die andere Seite trägt seine Handlung selbst.
    Karma: bedeutet für mich in diesem Fall:
    Das was man säst das erntet man.

    Veredle deine Gedanken und deine Taten tragen darfhin ihre Früchte.
    Dadurch wirst man entweder genießbar oder ungenießbar !

    Es ist ein sehr großes Thema das nur in seiner eigenen Betrachtungsweise verstanden werden kann .
    Bin auf weitere Berichte gespannt.

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