Seele, Geist und Erleuchtung

Astrologie, Spiritualität

Am Anfang eines spirituellen Suchenden, stößt dieser bestimmt, früher oder später, über den Begriff der Erleuchtung oder die Erlösung der Seele.
Schnell kommt man in die Versuchung, dies als oberstes Ziel für dieses Leben zu setzen, so wie die großen Heiligen es vorgemacht haben und es auch nach wie vor gepredigt wird.
Wie schön es doch wäre, sich aus dem „Rad der Wiedergeburt“, wie es im vedischen heisst, zu befreien. Doch ist dem wirklich so?
Bin ich, nach dem die Erleuchtung erreicht habe, wirklich aus diesem Rad befreit oder ist dies doch nur ein weiteres „Erlebnis“ einer Seele auf dem Weg der Vervollkommnung?
Ich möchte meine Gedanken auf Basis der Astrologie mal mit euch teilen.
Astrologische Basis wieder mal die Münchner Rhythmenlehre nach Döbereiner.

Ziel der Erleuchtung ist es, den Geist zu befreien, in die Allliebe zu kommen und aus den Fängen des Ego’s erlöst zu werden.
In vielen Meditationstechniken, ist es wichtig, den Geist bzw. das Ego zu läutern und dies über verschiedene Fokuspunkte im Körper zu bewerkstelligen.
Bei Paramahansa Yogananda z.B. steht das dritte Auge im Fokus der Meditation, wohl der Zugang zu den geistigen Sphären schlechthin. Es wird von Selbstverwirklichung der Seele gesprochen.
Ich soll also über den Geist die Seele befreien, doch hier hake ich das erste Mal ein.

In der Astrologie ist der seelische Quadrant der Zweite, der geistige Quadrant der Dritte.
Die Quelle, der Krebs, im zweiten und das geistige Prinzip im Skorpion im dritten Quadranten, auch Seelenernter genannt.
Dieses geistige Prinzip geht auch gerne mal den Weg über die Seele und das Empfinden hinweg, nicht von Ungefähr kommt der Begriff Seelenernter.
Die Heiligung des Geistigen im Opfer der Seele bzw. des Individuums.
Hier Frage ich mich, ob ich also wirklich durch den Geist meine Seele befreien kann?
Ich bleibe weiter bei Paramahansa Yogananda, als er in seiner Biografie erzählt, von seinem Meister Sri Yukteswar eine egobasierte Rüge erteilt bekommen zu haben, welcher sich hinterher dafür entschuldigt, für seinen Anflug von Ego.
Ein aufgestiegener Meister mit Ego… hm.
Viel eher wird das Ego, wie schon erwähnt, für die Heiligung des geistigen Prinzips geopfert, den ersten Quadranten werde ich deswegen trotzdem nicht los.
Wir bewegen uns hier immer noch im zweiten und dritten Quadranten des Horoskops und sind noch lange nicht im vierten Quadranten angelangt. Hier ruht im Fisch das
Ungeschehene, die Auflösung, das Meer des Unbewussten.
Ganz nebenbei haben so einige Esoteriker den Pluto im zwölften Haus, also den „Himmel kontrollieren wollen bzw. das Ungeschehene“. Ich denke wir sind uns einig, dass der Himmel sich nicht kontrollieren bzw. bestimmen lässt.
Zurück zur Erleuchtung.
Die Seele gehört für mich also zum Individuum und zum Leben und nicht zur geistigen Welt.
Wie kann also mein in Liebe vereinter Geist, meine Seele befreien?
Ich glaube nicht, dass das Erreichen der Erleuchtung uns aus dem Rad der Wiedergeburt befreit.
Viel eher ist es für mich ein weiterer Schritt der Seele, auf ihrem individuellen Weg, den sie sich durch die vielen Leben bahnt.
Auch das Abarbeiten des eigenen Karmas durch Meditation und ständiges Geschwafel von Licht und Liebe ist für mich eher ein „nicht die Hände schmutzig machen wollen“.
Denn ich habe die Wahl, meine Anlagen auf verschiedene Art und Weise los zu werden.
Entweder ich lebe sie in der Dualität mit meinem Gegenüber oder ich erlebe sie, je nach dem einer Ideologie unterstellt, in mir selbst. Welche Art nun die bessere sei, hm, darüber lässt sich streiten.
Auch beim Thema Krankheiten wird oft erwähnt, dass Meditation und Erleuchtung nicht das Allheilmittel für Krankheiten sind.
Wenn es also noch etwas in mir gibt, dass erlebt werden möchte, so auch eine Krankheit, so kann ich meiner Meinung nach lange ein Heiliger sein, denn dies bin ich im Sinne des Geistes aber nicht im Sinne meiner Seele, die leben bzw. etwas erleben will.
Wenn ich also trotz aufgelöstem Karma und Erleuchtung krank werden kann, auf welcher Ebene findet dann was statt?

Wir leben also auf diesem Planeten und der Dualität um Geschehen zu erleben, etwas geistiges, was im geistigen bleibt, ist für mich nicht gelebt und hat auch mit dem Erleben meiner Seele gänzlich wenig zu tun.

Anmerkung: Ich meditiere selbst gerne und es gehört zu meiner täglichen Routine, vom Alltagswahnsinn Abstand zu gewinnen. Jedoch tue ich dies ohne ideologischen Hintergründe.
Ich möchte mit diesem Text nicht die Meditation verteufeln, sie ist ein wunderbares Werkzeug, um wieder zu sich selbst zu finden. Mir geht es um ideologische Ansprüche, die gesetzt werden.

Ich bin mir auch dessen bewusst, dass dieser Text sehr provokant geschrieben ist.

Ein Gedanke zu “Seele, Geist und Erleuchtung

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